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Das Asylverfahren für Flüchtlinge in Deutschland

Theorie und Praxis - Registrierung - Asylantrag - Unterkunft


1) Der Flüchtling/Asylsuchende sagt, daß er in Deutschland um Asyl nachsucht.

-> Er meldet sich bei einer Registrierstelle (Erstaufnahmeeinrichtung, EAE bzw. LEA) und wird dort erfaßt, erkennungsdienstlich behandelt (z.B. Fingerabdruck)  und medizinisch untersucht und geimpft.
Er erhält dann eine "Bescheinigung über die Meldung als Asylsuchender (BÜMA)", die Daten darin beruhen auf den Angaben des Asylsuchenden plus einem Lichtbild.


2) Der Asylsuchende stellt einen formellen Asylantrag.
Dieser Antrag ist, trotz seines Namens, ein Sammelantrag für alle möglichen Flüchtlingsanerkennungen - es ist insofern nicht möglich, "nur" einen Antrag auf Asyl zu stellen oder "nur" auf die Anerkennung als Flüchtling.

-> Der Asylsuchende wird in eine Zentrale Unterkunftseinrichtung (ZUE) verlegt. Hier wartet der Asylsuchende auf den Termin der Anhörung*, in der über seinen Antrag entschieden wird. Er erhält eine "Aufenthaltsgestattung", die für die Dauer seines Asylverfahrens seine Anwesenheit in Deutschland (zum Zwecke der Durchführung des Verfahrens) gestattet.

* Ist der Asylsuchende bereits in einem anderen EU-Land als Asylsuchender registriert worden, dann kann das sogenannte "Dublin 3-Übereinkommen" greifen, nach dem der derjenige Staat für das Asylverfahren zuständig ist, in dem ein Asylsuchender erstmals das Gebiet der EU betreten hat. Ob diese Vereinbarung für einen Asylsuchenden zutrifft, wird nach dem Antrag und vor der regulären Verfahrensanhörung entschieden, und der Asylsuchende wird hierzu ebenfalls geladen, hat also zwischen dem Antrag und der Verfahrensanhörung eventuell auch noch eine "Dublin-Anhörung".
Falls ein anderer Staat zuständig ist, muß der Asylsuchende für sein Verfahren dorthin zurückkehren, falls nicht, dann setzt Deutschland das Asylverfahren mit der "normalen" Anhörung fort.


3) Der Asylsuchende erhält die Entscheidung über seinen Asylantrag.

Dies soll, in der Theorie, nach 3-6 Monaten geschehen sein.
Die tatsächliche Dauer bis zur Entscheidung betrug im ersten Halbjahr 2018 allerdings 8,25 Monate (offizielle Angabe der Bundesregierung), je nach Land und Einzelfall können sogar 2 Jahre und mehr bis zur Entscheidung ergehen.



Stand: 2018-10-20
Die obenstehenden Ausführungen erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen des Autors, stellen aber keine ausführliche oder rechtsverbindliche Erläuterung dar, sondern dienen nur zur Übersicht über das Verfahren!



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