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MEINUNG:  Zur EU-Flüchtlingspolitik

EU-Außenminister - Libyen - Rettungsboote - Schlepper


Gestern, am 17.Juli 2017, trafen die EU-Außenminister in Brüssel zusammen und faßten dabei einen restriktiven Beschluß zur Flüchtlingspolitik, nämlich diesen:

"Die EU beschränkt die Ausfuhr von Schlauchbooten und Außenbordmotoren nach Libyen, um Schleusern von Flüchtlingen das Geschäft zu erschweren."

Dies wird dann hoffentlich das Geschäft der Flüchtlings-Schlepper äußerst stark behindern, denn sie brauchen ja einen steigen Nachschub von Booten für ihr Geschäft ... so mag es sich jedenfalls jemand denken, der seine Informationen hauptsächlich aus den großen Zeitungen und Fernsehsendern Deutschlands bezieht.

Doch das tun wir hier jetzt einmal nicht, sondern wir denken erst nach und machen uns dann einfach selbst auf die Suche (in Wahrheit haben wir das natürlich schon getan gehabt, bevor die Außenminister auf diese Idee kamen...).

Tatsächlich, so die erste und beste Überlegung, beziehen die Flüchtlings-Schlepper ihre Boote wohl eher aus Ländern, in denen sie preisgünstig sind, wie zum Beispiel China, als aus europäischen Werken.

Suchen wir also einfach bei "Ebay für China", der Firma Alibaba (nein ich habe keine Ahnung, wieso in China ein orientalischer Namen dafür benutzt wird...) nach Rettungsbooten, englisch auch "Refugee Boat" genannt, und wir werden auch sogleich fündig, wie das folgende Photo vom 26.Juni zeigt:


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Annzeige für ein Rettungsboot für Flüchtlinge
(zum Vergrößern auf das Bild klicken)
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Dieses aufblasbare Boot mit einer offiziellen Kapazität von bis zu etwa 40 Personen wird in China hergestellt, besitzt sogar eine Garantie von 3 Jahren, kostet etwa 800 Euro und wird aus den Häfen Ningbo oder Schanghai (in China) verschifft. Und wer davon gleich mehrere benötigt, der ist hier auch an der richtigen Adresse, denn die Firma behauptet, 800 Boote pro Monat liefern zu können.
Die Transaktions-Statistik spricht von mehr als 10.000 bisher bestellten Booten, da kann man wohl getrost davon ausgehen, daß die nicht für aktuelle, kurzfristige Rettungsmaßnahmen im Südchinesischen Meer nachgefragt wurden ... wogegen ja, strengenommen, auch die Bezeichnung "Refugee Boat" deutet.



Und ... der in der Presse weithin verkündete Beschluß, aus der EU keine Gummiboote mehr nach Libyen zu exportieren? Der wird den Flüchtlings-Schleppern nun aber so richtig mächtig Sorgen machen, da bin ich mir sicher!


Nachbemerkung:
Rechnen wir einmal, daß ein solches Boot mit Versand 1000 Euro kostet, ein Außenbordmotor dazu noch einmal 500, dann kommen wir auf einen Gestehungspreis von etwa 1500 Euro.
Auf das Boot gepackt werden von den Flüchtlings-Schleppern dann so etwa 50-100 Personen, die dafür etwa 1000-3000 Euro pro Person zahlen - macht eine Einnahme von 50.000-300.000 und damit einen Profit von mindestens 3000 (tausend) doch wahrscheilich mehr, Prozent....


(Artikel veröffentlicht im Juli 2017)
 



Aktualisierung 2017-08-24: Auch Welt Online hat das Thema nun entdeckt und berichtet hier.




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